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  • Die Acht

Begegnung zweier Seelen

Ich gehe meinen Weg, habe meine Freiheiten, weiß was ich will und tue es auch. Ich liebe meine Mitmenschen und besonders Dich. Selbstverständlich muss ich mich hier und da arrangieren, evtl. auch mal nachgeben und gegen meinen Willen oder meine bisherigen Überzeugungen handeln. Ich tue es dennoch sehr gerne, denn ich setze mich stark für ein kooperatives Miteinander ein. Und oft kann ich sogar wertvolle Erfahrungen sammeln und dabei viel lernen. Gerade dann, wenn wir uns uneinig sind.


Deshalb wünsche ich mir diese Reibung mit Dir genauso sehr, wie die Vereinigung. Doch beides bitte auf genau derselben Ebene, auf exakter Augenhöhe. Und mit ganzer Liebe. Denn wenn wir achtsam und vor allem bewusst in die Begegnungen gehen, dann werden wir erkennen, dass sich jeder von uns einerseits vereinen will und dafür Liebe braucht. Und anderseits möchte jeder von uns wachsen und lernen, sein Bewusstsein zu erweitern. All das können wir nur im Miteinander erleben.


Doch nur allzu oft scheitern diese Begegnungen an den tiefer sitzenden Mechanismen in unserem Wesen, noch bevor es zum Lerneffekt kommt. Denn gelenkt von diesen Energien, die sich in unserem Verhalten, in unserem Handeln und in unserer Kommunikation äußern (also unsere gesamte Wahrnehmung unserer Begegnung bestimmen), wird die Kooperation zur Konkurrenz.


Ich möchte mich aber viel lieber kooperativ mit Dir reiben. Und das bitte solange, bis der Lerneffekt da ist, beiderseits, ohne dass jemand von uns aufgibt, bewertet oder gar beschuldigt. Denn wenn wir uns helfen, die Reibung als gemeinsamen Schritt zum Fortschritt zu erfahren, dann lernen wir unsere Lektionen sehr viel schneller. Ich möchte nicht, dass Du nachgibst, wenn wir uns reiben. Aber genauso wenig werde ich nachgeben. Eben so, wie wir es in der Liebe tun. So, wie ich Dich nie verlasse, möchte ich, dass Du mich nie verlässt - auch wenn sich unsere Wege trennen.


Wenn wir es schaffen, in jeder Begegnung bewusst zu sein, dann werden wir schnell wachsen. Wenn wir es schaffen, uns gegenseitig den Raum zu geben, aber auch die Anstöße, die Geduld und die Wiederholung, sowie den Druck und die Konsequenz, dann werden wir zu Großem wachsen.


Also lass uns mit vollem Bewusstsein und ganzer Liebe begegnen und uns eingestehen, dass wir uns beide in einer Wachstumsphase befinden und Unterstützung und Verständnis brauchen - beiderseits. Und dass wir füreinander da sind, jeder für sich.


Bevor sich unsere Wege trennen werden (und das tun alle Wege irgendwann einmal) möchte ich meine Lektionen gemeinsam mit Dir lernen, genau wie Du mit mir. Denn so führt alles zusammen.

Deshalb lass uns die Chance jetzt nutzen und uns auf Augenhöhe begegnen, mit vollem Bewusstsein und ganzer Liebe. Völlig egal, wie wir sind. Es zählt nur, dass wir sind. EINS.


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