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  • Die Acht

Über Schlüssel, Türen und unbekannte Räume (Teil 1)


Es gibt so viele unbekannte Räume, in die hinein wir unser Bewusstsein erweitern können, dürfen und auch sollen. Einen dieser unbekannten Räume finden wir in unserem physischen Körper.

Wenn wir uns auf den Weg machen, diesen zu erkunden und unser Bewusstsein zu erweitern, dann werden wir sehr schnell feststellen, dass es eine lange Reise voller schöner Momente, bereichernden Fortschritten aber auch gespickt von Hindernissen und Umwegen ist. Doch schließlich haben wir dafür ein ganzes (restliches) Leben lang Zeit bekommen.


Nachdem ich jahrelang Leistungssport gemacht hatte, beschloss ich, meinen Körper von innen nach außen komplett zu sanieren. Und nun baue ich schon seit Jahren meinen Körper sehr akribisch mit viel Wissen, Informationen, Übungen, Training, Korrekturen etc. auf. Ich pflege und kultiviere jeden Tag meinen Körper, seine Funktionen und das Bewusstsein darüber. Ich gehe mittlerweile z.B. keinen einzigen Schritt mehr unbewusst - nicht einmal zum Kühlschrank.

Es war ein langer Weg dahin, der anfangs auch sehr viel Arbeit und Disziplin von mir verlangt hat, mich Kraft und Energie gekostet hat. Doch schließlich ist er zu meinem neuen, mühelosen ''Normal'' geworden, das mir unendlich viele Vorteile gegenüber dem früheren Niveau bringt. Und deshalb bin ich umso mehr bestrebt, auf diesem Weg weiter zu gehen und meine Erkenntnisse anderen Menschen als Anstöße zur Verfügung zu stellen.


Vielleicht mag sich das für den ein oder anderen im ersten Moment sehr extrem oder gar unnötig anhören. Doch im Prinzip sehe ich es mir selbst und meinem Körper gegenüber, der mir in diesem Leben geschenkt wurde, als meine Pflicht an, diesen zu pflegen und zu kultivieren.

Genau so, wie ich es im mentalen Bereich als meine Pflicht erachte, mich zu bilden und mein Bewusstsein über die Welt zu erweitern, möchte ich im psychischen und unterbewussten Teil meine Emotionen und Muster aufklären und mit immer mehr Bewusstsein ausleuchten. Und schließlich gilt dasselbe für die körperliche Ebene.


Das heißt nicht, dass man auf Biegen und Brechen ein ''Höher, schneller, weiter''-Denken entwickeln soll, sondern vielmehr das gesamte System von Körper, Geist und Seele in allen Bereichen durch einen gesunden Prozess führt. Und ein gesunder Prozess braucht seine Zeit.

Denn während einer soliden und langfristig nachhaltigen Entwicklung erreicht man in einem Aspekt zwar ein neues Level, jedoch muss dieser Fortschritt zuerst einmal integriert und gefestigt werden. Im nächsten Schritt gilt es dann andere, komplementäre Bereiche mit anzuheben und zu erweitern, sodass die Balance des großen Ganzen gewährleistet bleibt. D.h. wenn man sich in einem Bereich weiterentwickelt, dann sollte man sich immer die Frage stellen, was es einerseits noch benötigt, um den Prozess begleitend zu unterstützen. Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, wie man die Entwicklung gegensätzlich ausgleichen kann.

So bewegt sich die Verbesserung und die Erweiterung als Spirale durch alle Teile des Systems. Bezogen auf den gesamten Prozess, in dem sich unzählige kleinere Prozesse abspielen, braucht das dann eben sehr viel Zeit. Doch wie schon gesagt: Wir haben ein ganzes Leben voller Zeit geschenkt bekommen.


Warum sollte man sich nun aber diese Mühe machen und mit viel Disziplin und Hingabe einen durchaus langen, beschwerlichen Weg gehen? Ganz einfach: Je weiter man diesen Weg geht, desto leichter werden die Dinge - und zwar alle Dinge.

Natürlich ist der physische Körper neben den mentalen und den psychischen Aspekten nur ein Teil des Ganzen, jedoch gilt für alle drei Bereiche dieselbe allgemeine Regel: Jeder einzelne Schritt beeinflusst die Prozesse auf den anderen Ebenen.

Wenn man also sein Körperbewusstsein erweitert, Funktionen, Biomechanik und Energiefluss verbessert, dann setzt man durch die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse immer mehr Potenzial für das gesamte System frei. Man hat mehr Ausdauer, Energie und Gesundheit im körperlichen Sinne, genauso wie man mehr Durchhaltevermögen und Konzentration im mentalen Bereich leisten kann. Man bekommt die Kraft sich seinen unterbewussten Emotionen und alten Themen zu stellen, genau so wie man seine Intuition und seine feinstofflichen Energien immer mehr verfeinert.


Zudem kommt dem Körper jedoch eine Sonderstellung zu. Denn wenn man die Dinge z.B. aus der Sicht von ''Ying und Yang'' betrachtet, dann ist die physische Materie das manifestierte Bewusstsein. So steht der Körper (als Unten) dem Bewusstsein (als Oben) also genau gegenüber und verbinden demnach alle Teile, die dazwischen liegen. Daher ist es meiner Meinung nach nur logisch, sinnvoll und aus eigener Erfahrung sehr lohnenswert, den Körper immer mehr mit Bewusstsein auszufüllen.

Also bekommt man mit effektiver Körperarbeit, den richtigen Methoden (nicht zu verwechseln mit den ''besten'' Übungen) und dem richtigen Bewusstsein einen der größten Effekt und bereitet der mentalen und psychischen Entwicklung die optimale Grundlage.


In diesem Sinne möchte ich den ersten Teil dieses Beitrags mit einem Zitat des berühmten Qi-Gong Meisters Robert Peng beenden:


„Das Herz wird geleitet von der Weisheit und genährt von der Vitalität.“



(weiter geht es in Teil 2 ...)



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